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Streß
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Streß
ist ein innerer psychischer und körperlicher Zustand,
der als Reaktion auftreten kann, wenn eine Situation
negativ bewertet und als Überforderung oder Bedrohung
empfunden wird. Bedingungen, die solche Streßzustände
auslösen können, bezeichnet man als Stressoren.
Bei verschiedenen Menschen können ganz unterschiedliche Bedingungen
bzw. Situationen als Bedrohung oder Überforderung empfunden
und somit zu Stressoren werden und Streß verursachen.
Beispielsweise kann die Situation "bevorstehende Abschluß-Prüfung"
für den einen eine positive Bedeutung haben ("dann habe
ich den Abschluß in der Tasche") während es für
den anderen durch seine Bewertung der Situation zum Stressor wird
("Wenn ich versage, bekomme ich keinen Abschluß, habe
alles umsonst gemacht und bekomme keine Anstellung. Das wäre
das Schlimmste, was mir passieren könnte.").
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Der
Mensch ist stets bestrebt, ein inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten,
innerlich stabil zu sein. Streß entsteht als Alarmzustand,
wenn dieses innere Gleichgewicht bedroht ist, z.B.
·
durch das Gefühl, bestimmte Situationen nicht kontrollieren
zu können,
· durch das Gefühl, sich selbst nicht unter Kontrolle
zu haben,
· durch das Gefühl, sich nicht entwickeln zu können,
· durch das Gefühl, nur auf sich selbst gestellt
zu sein und keine Hilfe erwarten zu können. (nach
Schröder) |
Streß
ist eine lebenswichtige Reaktion des Menschen auf eine Gefahr
oder eine besondere Anforderung. Im Zustand des Stresses werden vom
Körper Hormone ausgeschüttet, die beispielsweise eine Erhöhung
der Herzfrequenz, des Blutdrucks, der Atemfrequenz sowie der Transpiration
auslösen. Die Muskulatur wird angespannt und Streßgedanken
treten auf ("Ich kann nicht entkommen"). Gefühle, wie
z.B. das Gefühl der Hilflosigkeit überkommen uns.
In der Geschichte der Menschheit war diese Reaktion überlebenswichtig,
um z.B. eine Fluchtreaktion zu ermöglichen, wenn der Mensch einem
Raubtier begegnete. Heute hilft uns diese Aktivierung des Körpers,
besser denken und handeln zu können, um ein aufgetretenes Problem
zu bewältigen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man eine solche Bewältigung
angehen kann:
1) Suche nach Information, die eine Neubewertung der Situation
zum Positiven hin zuläßt.
2) Direkte Änderung der Bedingungen, die zum Streß
geführt haben.
3) Unterlassung von Handlungen, die für die Lösung
uneffektiv sind.
4) Gedanken zur Regulation der Gefühle, um wieder Wohlbefinden
herzustellen indem die Situation nun positiv wahrgenommen wird.
5) An den eigenen Fähigkeiten arbeiten, um mit Belastungssituationen
besser zurecht zu kommen.
Ob eine Bewältigung erreicht wird, hängt von der individuellen
Strategie der sich im Streß befindenden Person ab. Führt
die individuelle Strategie nicht zum Erfolg, bleibt der Körper
im Alarmzustand (Streß).
Dauert dieser Alarmzustand über eine längere Zeit unvermindert
an, spricht man von chronischem Streß. Chronischer Streß
ist eine Gefährdung, da durch die andauernde Reaktion des Körpers
z.B. das Immunsystem geschwächt wird oder auf der anderen Seite
psychische Probleme auftreten können (ineffizientes Handeln, Selbstwertprobleme,
Verlust der Zukunftsbezogenheit, Angst, Depressivität, Verlust
der Erholungsfähigkeit sowie psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen,
Magenkrämpfe usw.). Die Folge können auf lange Sicht Erkrankungen
oder körperliche Beschwerden sein, da unser Körper nicht für
eine solche Daueraktivierung gerüstet ist.
Um einer solchen Daueraktivierung entgegenzuwirken bieten sich
folgender Strategien an (Reschke & Schröder,
2000):
- Entspannung
- Ablenkung
- Sportliche
Betätigung
- Vermeidung
streßauslösender Situationen - Suche nach Trost
- Veränderung
des aktuellen inneren Selbstgesprächs (Stopp zu stressenden
Gedanken)
- Senkung
der Ansprüche an eigene Leistungen
- Problemlösendes
Handeln
- Veränderung
von Kommunikationsverhalten
- Versuch
der Einflußnahme zur Veränderung der Situation
- Veränderung
eigener Werte
- Veränderung
des Tagesablaufes u.v.
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So verschieden wie die Stressoren für jeden Menschen sind - so
verschieden sind auch die Streßbewältigungsmöglichkeiten.
Jeder sollte versuchen, seine Stressoren zu erkennen und damit seine
individuelle Möglichkeit zur Bewältigung finden. Hilfreich
dabei sind Programme wie "Optimistisch
den Streß meistern" von Dr. K. Reschke und Prof. H. Schröder
(2000).
Günstig ist es, wenn die als belastend empfundene Situation
als Herausforderung betrachtet wird und der Mensch Verhaltensweisen
entwickelt, um diese zu bewältigen. Die gewonnenen Erfahrungen
können ihm helfen, in einer ähnlichen Situation schnell und
erfolgreich zu reagieren.
Manche Menschen versuchen Probleme zu lösen, indem sie sie ignorieren
und es ablehnen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Dies schiebt die
Problemlösung allerdings nur auf. Gefühle der Hilflosigkeit
und Hoffnungslosigkeit entstehen, wenn man sich einer Situation ausgeliefert
fühlt, ohne sie beeinflussen zu können, und dies auch für
die Zukunft annimmt.
Abbildung 5 zeigt hierzu das Streßverarbeitungsmodell von Lazarus
und Launier (1981).

Abb. 5: Das Streßverarbeitungmodell nach Lazarus
und Launier (1981) erstellt nach Ruff (1990).
Nicht verwechseln sollte man Streß mit anderen Beanspruchungsfolgen
wie Ermüdung, Monotonie oder Sättigung (Abb. 6).

Abb.
6: Negative Beanspruchungsfolgen (Rohmert & Rutenfranz).
Um
beispielsweise einer Ermüdung entgegenzuwirken sollte
man versuchen, Energie zu tanken indem man sich ausruht, sich eine unterhaltsame
Fernsehsendung anschaut, liest, döst, schläft, Routinetätigkeiten
nachgeht, spazieren oder in die Sauna geht.
Gegen die Monotonie sollte man etwas Aufregendes tun,
beispielsweise anspruchsvolle Literatur lesen, Denksportaufgaben lösen,
Strategiespiele mit anderen spielen Sport treiben oder im Garten arbeiten.
Bei Frustration oder Sättigung bietet es sich an,
etwas "Sinnvolles" zu tun. Man sollte ausgehen, Veranstaltungen
besuchen, Gespräche führen oder aber auch sich einfach etwas
gutes tun. Hauptsache ist, daß die Tätigkeit Freude macht
und positive Emotionen hervorbringt.
In
Abbildung 7 sind Ziele der individuellen Bewältigung negativer
Emotionen aufgeführt.

Abb. 7: Emotionsbezogene Lern- und Interventionsziele nach
Schröder.
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