Entspannung und Imagination

Progressive Muskelrelaxation

Autogenes Training

Meditation

Imagination



Wirkungsweise und Indikation

Entspannungsverfahren sind die am häufigsten verwendeten psychologischen Verfahren zur Schmerzbehandlung. Sie können als eigenständiges Verfahren eingesetzt werden, kommen aber oft in Kombination mit anderen Techniken (Biofeedback, Imagination, Gymnastik, Atemübungen, Copingtechniken) zur Anwendung. Die Anwendung von Entspannungsverfahren zur Schmerztherapie begründet sich aus ihrer Wirkungsweise:

  • Schmerz hat physiologisch die Wirkung eines Stressors, was zu einer generellen Erregung führt (z.B. Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks) und langfristig gesehen zusätzlich zum Schmerz psychosomatische Beschwerden verursachen kann (z.B. Magenbeschwerden, Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen). Entspannung wirkt der Streßreaktion des Körpers genau entgegen (z.B. Verringerung Herzfrequenz und Blutdruck) und verhindert eine Rückkopplung zwischen Schmerz und Streß.

  • In Entspannungszuständen stellt sich ein Gefühl von Ruhe und Wohlbefinden ein, was wiederum dem Schmerz entgegenwirkt.

  • Der in der Entspannung erreichte Bewußtseinszustand wirkt schmerzablenkend und kann Schmerzen teilweise oder ganz ausblenden.

  • Durch die selbst herbeigeführte Entspannung lernt der Patient, daß er dem Schmerz nicht hilflos ausgeliefert ist sondern selbst etwas dagegen tun kann.

  • Durch die Progressive Muskelentspannung entsteht ein Körperempfinden für Verspannungen der Muskulatur, wodurch der Patient selbst in der Lage ist, Anspannungen zu durchbrechen.

  • Innere Anspannung auf psychischer Ebene wird besser wahrgenommen und zeigt dem Patienten den Zusammenhang zwischen Schmerz und Streß auf.

  • Der Einsatz von Entspannungen kann auf Alltagssituationen übertragen werden, was zu einem gelasseneren Umgang mit Belastungen führt. (vgl. Rehfisch & Basler, 1999)

Indikation:

Der Einsatz von Entspannungsverfahren und Imagination ist bei einer Vielzahl von Störungen möglich:
  • als Basisbehandlung von z.B. Magenbeschwerden, Hypertonie, vegetativer Dystonie
  • besonders bei Patienten, die Verspannungen, Belastungen im familiären und beruflichen Bereich, vegetative Störungen und innere Unruhe aufweisen
  • bei Schmerzpatienten zur Schmerzbewältigung (bei organisch bedingten Schmerzen Schmerzreduzierung, bei spannungsbedingten Kopf- und Rückenschmerzen können Patienten lernen, diese Schmerzen fast vollständig zu verhindern) (vgl. Rehfisch & Basler, 1999)