Entspannung

Autogenes Training (AT)


Autogenes Training (AT) ist in Deutschland das bekannteste Entspannungsverfahren. Es wurde um 1920 von dem Berliner Nervenarzt Schultz entwickelt und beruht auf Erfahrungen mit hypnotischen Techniken. Beim Autogenen Training wird anhand von suggestiven Selbstanweisungen das Erzeugen von Empfindungen der Wärme, Schwere, Ruhe und Stirnkühlung eingeübt sowie im zweiten Abschnitt Organübungen. Um diese Grundstufe vollständig zu erlernen wird fast ein halbes Jahr benötigt, in dem regelmäßig täglich geübt werden sollte. Die sogenannte Oberstufe variiert in ihrer Durchführung. Sie beinhaltet die formelhafte Vorsatzbildung sowie als letzte Stufe die Autogene Meditation. Ein Beispiel für den Aufbau eines AT-Ablaufes ist in Abb. 18 zu sehen.

Abb. 18: Bestandteile des Autogenen Trainings


Wirkung des Autogenen Trainings:

  • Verlangsamung und Gleichmäßigkeit der Atmung
  • Reduktion des Sauerstoff-Verbrauchs
  • Absinken der Herzfrequenz
  • Zunahme des galvanischen Hautwiderstandes
  • Tonusverlust der Skelettmuskulatur
  • Zunahme der Aktivität der Alpha-Wellen
  • Zunahme der EEG-Synchronisation


Kontraindikation:

  • psychotische Erkrankungen,
  • epileptische Zustände,
  • möglicherweise auch niedriger Blutdruck,
  • schwere Formen der Diabetes Mellitus,
  • blutende Ulcera,
  • Patienten mit Amputationen oder deutlichen Veränderungen des neurologischen Systems

Abb. 19: Beispiel der Textform eines Autogenen Trainings (aus: Hennig, 2000)